Kranführerschein im Überblick: Welche Arten gibt es?

Jessica Koch ·
Kranführer in Warnweste und Schutzhelm bedient Steuerung im Führerhaus, Baustelle mit Stahlträgern im Hintergrund.

Wer auf Baustellen, in Häfen oder in der Industrie arbeiten möchte, kommt an einem Thema kaum vorbei: dem Kranführerschein. Denn das Bedienen von Kranen ist in Deutschland nicht einfach so erlaubt. Es braucht eine anerkannte Qualifikation, und die gibt es in verschiedenen Formen. Dieser Artikel erklärt Ihnen, welche Arten von Kranscheinen es gibt, was die Ausbildung kostet und wie Sie die Kranführerausbildung mit einem Bildungsgutschein finanzieren können.

Ob Sie gerade arbeitslos sind, sich umorientieren möchten oder einfach neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt suchen: Ein Kranführerschein öffnet Türen in einem Berufsfeld, das nach wie vor stark nachgefragt wird. Lesen Sie weiter und erfahren Sie alles, was Sie für Ihren Einstieg wissen müssen.

Was ist ein Kranführerschein und wer braucht ihn?

Ein Kranführerschein ist ein Befähigungsnachweis, der dazu berechtigt, Krane gewerblich zu bedienen. In Deutschland schreibt die DGUV Vorschrift 52 (früher BGV D6) vor, dass Kranführer nachweislich ausgebildet und für den jeweiligen Krantyp geprüft sein müssen. Wer ohne diesen Nachweis einen Kran bedient, handelt nicht nur fahrlässig, sondern auch rechtswidrig.

Gebraucht wird der Kranschein überall dort, wo Lasten gehoben werden: auf Baustellen, in Produktionshallen, in Häfen, Logistikzentren und in der Stahlindustrie. Arbeitgeber dürfen ihre Mitarbeiter nur dann am Kran einsetzen, wenn ein gültiger Befähigungsnachweis vorliegt. Das macht den Kranführerschein zu einer der gefragtesten gewerblichen Qualifikationen in Deutschland.

Welche Arten von Kranführerscheinen gibt es?

Es gibt mehrere Arten von Kranführerscheinen, die sich nach dem Krantyp richten. Die wichtigsten Kategorien sind Turmdrehkrane, Fahrzeugkrane, Brücken- und Portalkrane sowie Laufkrane. Jeder Krantyp erfordert eine eigene Ausbildung und einen eigenen Befähigungsnachweis, da sich Bedienung, Sicherheitsvorschriften und Einsatzbereiche stark unterscheiden.

Turmdrehkran

Der Turmdrehkran ist der klassische Baukran, den man von Baustellen kennt. Die Ausbildung für diesen Krantyp ist besonders umfangreich, da Turmdrehkrane in großer Höhe betrieben werden und hohe Anforderungen an Sicherheit und Technikverständnis stellen. Dieser Kranschein ist vor allem im Hoch- und Tiefbau gefragt.

Fahrzeugkran und Mobilkran

Fahrzeugkrane sind fahrbare Krane, die auf öffentlichen Straßen bewegt werden. Für sie ist neben dem Kranführerschein in der Regel auch ein entsprechender Führerschein für das Fahrzeug erforderlich. Mobilkrane werden häufig bei Montagearbeiten, Industrieprojekten und Schwertransporten eingesetzt.

Brücken-, Portal- und Laufkrane

Diese Kranarten sind vor allem in Industriehallen, Werken und Lagerhäusern zu finden. Sie bewegen sich auf festen Schienen und heben Lasten innerhalb eines definierten Bereichs. Die Ausbildung für Brücken- und Laufkrane ist in der Regel kürzer als die für Turmdrehkrane und bietet einen schnellen Einstieg in die Kranführerausbildung.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Kranführer?

Die Dauer der Kranführerausbildung hängt vom Krantyp ab. Für Brücken- und Laufkrane dauert die Grundausbildung oft nur wenige Tage bis zwei Wochen. Eine Ausbildung zum Turmdrehkranführer kann hingegen mehrere Wochen in Anspruch nehmen, da sie umfangreichere theoretische und praktische Inhalte umfasst.

Die Ausbildung besteht grundsätzlich aus zwei Teilen: einem theoretischen Block mit Lerninhalten zu Physik, Technik, Lastberechnungen und Sicherheitsvorschriften sowie einem praktischen Teil, in dem die Kranführung direkt am Gerät geübt wird. Am Ende steht eine Prüfung, nach deren Bestehen der offizielle Befähigungsnachweis ausgestellt wird. Wer bereits Erfahrung in verwandten technischen Berufen mitbringt, findet oft einen leichteren Einstieg in die Theorie.

Was kostet ein Kranführerschein und wie wird er gefördert?

Die Kosten für den Kranführerschein variieren je nach Anbieter und Krantyp. Für einfachere Kranarten wie Laufkrane liegen die Kosten häufig im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Für umfangreichere Ausbildungen wie den Turmdrehkran können die Kosten deutlich höher ausfallen und mehrere Tausend Euro erreichen.

Die gute Nachricht: Der Kranführerschein kann über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden, wenn der Bildungsträger AZAV-zugelassen ist. Das bedeutet, dass die Kosten für die Ausbildung vollständig oder zu einem großen Teil übernommen werden können. Voraussetzung ist, dass Sie arbeitslos sind oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind und die Maßnahme Ihre Vermittlungschancen verbessert.

Welcher Kranführerschein ist auf dem Arbeitsmarkt am gefragtesten?

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt sind Kranführer für Brücken-, Lauf- und Portalkrane besonders gefragt, da diese Kranarten in der Industrie, Logistik und Produktion weit verbreitet sind. Auch Turmdrehkranführer werden im Bausektor konstant gesucht, da der Wohnungsbau und Infrastrukturprojekte weiterhin einen hohen Bedarf erzeugen.

Wer sich für eine Kranführerausbildung entscheidet, sollte den regionalen Arbeitsmarkt im Blick behalten. In Regionen mit starker Industrie oder aktiver Bautätigkeit sind bestimmte Kranarten häufiger im Einsatz als anderswo. Grundsätzlich gilt: Jeder anerkannte Kranführerschein verbessert Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt spürbar, weil qualifizierte Kranführer in vielen Branchen fehlen.

Wie bekommt man einen Bildungsgutschein für die Kranführerausbildung?

Einen Bildungsgutschein für die Kranführerausbildung erhalten Sie bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Der erste Schritt ist ein persönliches Beratungsgespräch, in dem Sie Ihren Wunsch nach einer Qualifizierung zum Kranführer äußern. Der Vermittler prüft dann, ob die Maßnahme Ihre Beschäftigungsfähigkeit verbessert und ob Sie die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllen.

So läuft der Prozess in der Regel ab:

  1. Termin bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter vereinbaren
  2. Im Gespräch den Wunsch nach einer Kranführerausbildung konkret benennen
  3. Einen AZAV-zugelassenen Bildungsträger und eine passende Maßnahme vorschlagen oder erfragen
  4. Den Bildungsgutschein ausstellen lassen
  5. Den Gutschein beim Bildungsträger einlösen und mit der Ausbildung beginnen

Wichtig: Der Bildungsgutschein muss vor Beginn der Maßnahme ausgestellt werden. Wer erst anfängt und dann fragt, geht leer aus. Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor und bringen Sie konkrete Informationen über den gewünschten Kurs mit, zum Beispiel den Namen des Trägers und die Kursbeschreibung.

Wie VHS-Bildungswerk bei der Kranführerausbildung unterstützt

Wir begleiten Sie beim VHS-Bildungswerk auf dem Weg zu Ihrem Kranführerschein – praxisnah, förderkonform und mit echter Beratung. Als AZAV-zugelassener und nach DIN EN ISO 9001:2015 zertifizierter Bildungsträger können unsere Maßnahmen mit einem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters finanziert werden. Unser Schwerpunkt liegt auf den Kranarten, die auf dem regionalen Arbeitsmarkt tatsächlich gefragt sind – insbesondere im Bereich Brücken- und Laufkrane.

Das bieten wir Ihnen konkret:

  • Brückenkranausbildung mit anerkanntem Befähigungsnachweis gemäß DGUV Vorschrift 52
  • Jährliche Online-Unterweisung Brückenkran – flexibel und zeitsparend absolvierbar
  • AZAV-zugelassene Maßnahmen, die vollständig über den Bildungsgutschein finanzierbar sind
  • Persönliche Beratung zu Fördermöglichkeiten und passender Kursauswahl
  • Standorte in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen – mit enger Anbindung an regionale Arbeitgeber
  • Unkomplizierte Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit und den Jobcentern in der Region

Sie möchten wissen, ob die Kranführerausbildung bei uns der richtige nächste Schritt für Sie ist? Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf – wir beraten Sie unverbindlich zu Kursinhalten, Terminen und Fördermöglichkeiten.

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