Kann man den Tischler-Schreiner-Maschinenschein berufsbegleitend machen?

Jessica Koch ·
Junger Schreiner misst Holzbrett mit Stahllineal an einer Eichenholzwerkbank, Werkzeuge hängen ordentlich an der Wand dahinter.

Ja, den Tischler-Schreiner-Maschinenschein kann man berufsbegleitend ablegen. Die Lehrgänge TSM 1 und TSM 2 werden von verschiedenen Bildungsträgern als kompakte Blockkurse oder Wochenendveranstaltungen angeboten, sodass Berufstätige ihren Job nicht unterbrechen müssen. In diesem Artikel beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um den Tischler-Schreiner-Maschinenschein.

Was lernt man beim Tischler-Schreiner-Maschinenschein?

Der Tischler-Schreiner-Maschinenschein vermittelt den sicheren und fachgerechten Umgang mit stationären Holzbearbeitungsmaschinen. Die Ausbildung gliedert sich in zwei Stufen: TSM 1 behandelt grundlegende Maschinenkunde und Sicherheitsvorschriften, TSM 2 vertieft die Kenntnisse für komplexere Maschinen und Bearbeitungsprozesse.

Im TSM 1 lernen die Teilnehmenden zunächst die rechtlichen Grundlagen des Maschineneinsatzes kennen, also welche Vorschriften der Berufsgenossenschaft gelten und wie Schutzeinrichtungen korrekt eingesetzt werden. Dazu kommen praktische Übungen an Tischkreissägen, Abricht- und Dickenhobelmaschinen sowie Bandsägen.

Der TSM 2 baut darauf auf und schließt anspruchsvollere Maschinen ein, etwa Fräsmaschinen, Formatkreissägen und CNC-gesteuerte Anlagen. Wer beide Stufen abgeschlossen hat, ist berechtigt, Beschäftigte an diesen Maschinen zu unterweisen und zu beaufsichtigen. Das ist besonders für Vorarbeiter und Meisteranwärter relevant.

Wie lange dauert der Maschinenschein für Tischler und Schreiner?

Der TSM 1 dauert in der Regel zwei bis drei Tage, der TSM 2 ebenfalls zwei bis drei Tage. Wer beide Stufen nacheinander absolviert, ist insgesamt etwa vier bis sechs Tage in der Ausbildung. Manche Anbieter fassen beide Stufen zu einem kombinierten Lehrgang von fünf bis sechs Tagen zusammen.

Die kompakte Dauer macht den Tischler-Schreiner-Maschinenschein besonders attraktiv für Berufstätige. Da die meisten Lehrgänge als Blockkurse konzipiert sind, lässt sich die Weiterbildung gut in den Jahresurlaub oder in Betriebsferien legen. Einige Anbieter bieten die Kurse auch an Wochenenden an, sodass keine Urlaubstage nötig sind.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat, das von der zuständigen Berufsgenossenschaft anerkannt wird. Dieses Dokument ist zeitlich unbegrenzt gültig, allerdings empfehlen Fachleute eine regelmäßige Auffrischung, wenn sich der Maschinenpark oder die Sicherheitsvorschriften wesentlich ändern.

Welche Voraussetzungen braucht man für den Maschinenschein?

Für den TSM 1 gibt es in der Regel keine formalen Eingangsvoraussetzungen. Wer eine abgeschlossene Berufsausbildung im Holzhandwerk mitbringt oder nachweislich praktische Erfahrung im Umgang mit Holzbearbeitungsmaschinen hat, ist gut vorbereitet. Für den TSM 2 ist der TSM 1 Voraussetzung.

In der Praxis richten sich die Kurse vor allem an:

  • Tischler und Schreiner mit abgeschlossener Berufsausbildung
  • Fachkräfte aus verwandten Holzberufen, etwa Zimmerer oder Holzmechaniker
  • Vorarbeiter und Gruppenleiter, die Mitarbeitende an Maschinen einweisen sollen
  • Quereinsteiger mit nachgewiesener Berufserfahrung im Holzbereich

Manche Bildungsträger verlangen vor dem TSM 2 einen Nachweis über eine bestimmte Anzahl an Betriebsstunden an den relevanten Maschinen. Es lohnt sich daher, vor der Anmeldung direkt beim Anbieter nachzufragen, welche Unterlagen benötigt werden.

Wo kann man den Tischler-Maschinenschein berufsbegleitend ablegen?

Den Tischler-Schreiner-Maschinenschein bieten Berufsgenossenschaften, Innungen, überbetriebliche Ausbildungszentren und gemeinnützige Bildungsträger an. Wer in Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder Thüringen wohnt oder arbeitet, findet dort eine Reihe von Anbietern, die TSM 1 und TSM 2 als Blockkurse durchführen.

Bei der Wahl des richtigen Anbieters sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Anerkennung durch die Berufsgenossenschaft: Nur zertifizierte Kurse führen zu einem anerkannten Abschluss.
  • Kursformat: Blockkurs, Wochenendkurs oder kombinierter Lehrgang je nach persönlichem Zeitplan.
  • Ausstattung: Der Kurs sollte an echten stationären Maschinen stattfinden, nicht nur theoretisch.
  • Standortnähe: Kurze Anfahrtswege reduzieren den Aufwand bei einem mehrtägigen Lehrgang erheblich.

Viele Betriebe schicken ihre Mitarbeitenden gezielt zu solchen Kursen, weil der Maschinenschein eine gesetzliche Anforderung für die Maschinenunterweisung erfüllt. Sprechen Sie also auch mit Ihrem Arbeitgeber, ob eine betriebliche Entsendung möglich ist.

Wer übernimmt die Kosten für den Maschinenschein?

Die Kosten für den Tischler-Schreiner-Maschinenschein trägt in vielen Fällen der Arbeitgeber, weil der Abschluss direkt dem Betrieb zugutekommt. Wenn der Kurs auf Anweisung des Unternehmens besucht wird, ist eine vollständige Kostenübernahme durch den Betrieb üblich und rechtlich gut begründbar.

Wer den Maschinenschein auf eigene Initiative macht, hat ebenfalls Möglichkeiten zur finanziellen Unterstützung:

  • Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit: Unter bestimmten Voraussetzungen können Arbeitsuchende oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Personen einen Bildungsgutschein erhalten, der die Kurskosten deckt.
  • Qualifizierungschancengesetz: Beschäftigte können über dieses Gesetz Förderung für Weiterbildungen beantragen, wenn der Kurs bestimmte Kriterien erfüllt.
  • Bildungsurlaub: In mehreren Bundesländern haben Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlten Bildungsurlaub, der für anerkannte Weiterbildungen genutzt werden kann.

Die Kursgebühren für TSM 1 und TSM 2 variieren je nach Anbieter und Region, liegen aber in der Regel im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich pro Stufe. Angesichts des beruflichen Nutzens ist das eine überschaubare Investition.

Welche Berufe profitieren vom Maschinenschein am meisten?

Am stärksten profitieren Tischler, Schreiner und Holzmechaniker vom Tischler-Schreiner-Maschinenschein, weil stationäre Holzbearbeitungsmaschinen in diesen Berufen zum Arbeitsalltag gehören. Aber auch Fachkräfte aus angrenzenden Bereichen gewinnen durch TSM 1 und TSM 2 an Qualifikation und Sicherheit.

Konkret profitieren folgende Berufsgruppen besonders:

  • Tischler und Schreiner: Grundvoraussetzung für die eigenverantwortliche Arbeit an stationären Maschinen und für die Unterweisung von Kollegen.
  • Zimmerer: Wer im Betrieb auch stationäre Sägen oder Hobelmaschinen bedient, benötigt den Nachweis.
  • Holzmechaniker: Besonders in der industriellen Fertigung ist der Maschinenschein ein wichtiger Qualifikationsnachweis.
  • Vorarbeiter und Meister im Holzhandwerk: Sie sind gesetzlich verpflichtet, Mitarbeitende an Maschinen zu unterweisen, und brauchen dafür die entsprechende Qualifikation.
  • Quereinsteiger in holzverarbeitenden Betrieben: Wer ohne klassische Tischlerausbildung in einem Holzbetrieb arbeitet, kann mit dem Maschinenschein seine Kompetenz offiziell nachweisen.

Auch für Fachkräfte, die in Richtung Führungsverantwortung wachsen möchten, ist der TSM 2 ein sinnvoller Schritt. Er zeigt, dass man nicht nur selbst sicher an Maschinen arbeitet, sondern auch andere darin anleiten kann.

Wie das VHS-Bildungswerk beim Tischler-Schreiner-Maschinenschein unterstützt

Wir beim VHS-Bildungswerk bieten Lehrgänge zum Tischler-Schreiner-Maschinenschein an mehreren Standorten in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen an. Unsere Kurse richten sich an Berufstätige, die den TSM 1 oder TSM 2 berufsbegleitend absolvieren möchten, ohne ihren Arbeitsalltag dauerhaft zu unterbrechen.

Das zeichnet unsere Angebote aus:

  • Kompakte Blockkurse: Wir organisieren die Lehrgänge so, dass sie sich gut in Urlaubszeiten oder Betriebsferien integrieren lassen.
  • Anerkannte Abschlüsse: Unsere Kurse erfüllen die Anforderungen der zuständigen Berufsgenossenschaft und führen zu einem offiziell anerkannten Zertifikat.
  • Praxisorientierter Unterricht: Die Teilnehmenden arbeiten an echten stationären Maschinen und erwerben so direkt anwendbares Wissen.
  • Beratung zur Förderung: Wir helfen Ihnen dabei, passende Fördermöglichkeiten zu identifizieren, etwa über die Bundesagentur für Arbeit oder das Qualifizierungschancengesetz.
  • Regionale Nähe: Mit mehr als 25 Standorten sind wir nah an Ihrem Wohn- oder Arbeitsort.

Wenn Sie wissen möchten, wann der nächste TSM-Lehrgang in Ihrer Nähe startet oder welche Förderung für Sie infrage kommt, freuen wir uns auf ein Beratungsgespräch.

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