Welche Ausbildungen gibt es in der Pflege?

Jessica Koch ·
Krankenschwester in hellblauen Scrubs unterstützt behutsam einen älteren Patienten in einem hellen Pflegeheim-Flur.

In der Pflege gibt es mehrere staatlich anerkannte Ausbildungen und Abschlüsse, die sich in Dauer, Zugangsvoraussetzungen und Tätigkeitsfeld unterscheiden. Die bekanntesten Pflegeberufe sind Pflegefachkraft, Pflegefachassistent und Pflegehelfer. Wer einen Neustart im Pflegebereich plant, findet hier Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Ausbildungswege, Finanzierung und Berufsaussichten.

Welche Abschlüsse kann man in der Pflege erreichen?

In der Pflege gibt es drei zentrale Qualifikationsstufen: den Pflegehelfer, den Pflegefachassistenten und die Pflegefachkraft. Jeder dieser Abschlüsse ist staatlich anerkannt, baut auf unterschiedlichen Voraussetzungen auf und eröffnet verschiedene Tätigkeitsbereiche in der ambulanten, stationären oder klinischen Pflege.

Pflegehelfer

Der Pflegehelfer ist der schnellste Einstieg in die Pflegeberufe. Die Qualifikation dauert in der Regel zwischen einem und sechs Monaten, je nach Bundesland und Lehrgangsform. Pflegehelfer unterstützen Pflegefachkräfte bei der Grundpflege, also bei Aufgaben wie Körperpflege, Mobilisierung und Begleitung von Pflegebedürftigen. Ein Vorbereitungskurs Pflegehilfe kann dabei helfen, sich gezielt auf den Einstieg vorzubereiten.

Pflegefachassistent

Die Ausbildung zum Pflegefachassistenten dauert ein Jahr und schließt mit einem staatlich anerkannten Abschluss ab. Pflegefachassistenten übernehmen eigenständig pflegerische Aufgaben unter Aufsicht einer Pflegefachkraft. Sie arbeiten in Pflegeheimen, ambulanten Diensten und Krankenhäusern.

Pflegefachkraft

Die generalistische Pflegeausbildung zur Pflegefachkraft ist der umfassendste Abschluss im Pflegebereich. Sie dauert drei Jahre und berechtigt zur selbstständigen Pflege in allen Versorgungsbereichen, also in der Altenpflege, Kinderkrankenpflege und Krankenpflege. Dieser Abschluss ist seit der Pflegereform 2020 bundesweit einheitlich geregelt.

Wie lange dauert eine Pflegeausbildung oder Umschulung?

Die Dauer einer Pflegeausbildung hängt vom angestrebten Abschluss ab. Eine Pflegehilfequalifikation dauert wenige Wochen bis sechs Monate, die Ausbildung zum Pflegefachassistenten ein Jahr und die Ausbildung zur Pflegefachkraft drei Jahre. Eine Umschulung zur Pflegefachkraft kann auf zwei Jahre verkürzt werden, wenn bereits Berufserfahrung oder eine abgeschlossene Ausbildung vorliegt.

Für Quereinsteiger ist die Umschulung zur Pflegefachkraft oft der direkteste Weg in den Beruf. Dabei wird die Ausbildungszeit auf Basis vorhandener Qualifikationen und Berufserfahrung individuell angepasst. In vielen Fällen ist eine Verkürzung auf zwei Jahre möglich, was den Einstieg in die Pflege deutlich beschleunigt.

Wichtig zu wissen: Die Unterrichtsform beeinflusst die Dauer ebenfalls. Vollzeitmaßnahmen sind in der Regel kürzer, während Teilzeitmodelle mehr Flexibilität bieten, aber länger dauern. Wer sich für eine bestimmte Region entscheidet, sollte auch die Angebote vor Ort prüfen, da Starttermine und Lehrgangsformate variieren.

Wer kann eine Pflegeausbildung beginnen, auch als Quereinsteiger?

Eine Pflegeausbildung steht grundsätzlich allen offen, die einen Hauptschulabschluss oder einen vergleichbaren Schulabschluss mitbringen, gesundheitlich und persönlich geeignet sind und ausreichende Deutschkenntnisse vorweisen. Wer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung hat, kann ebenfalls einsteigen, auch ohne pflegerische Vorkenntnisse.

Quereinsteiger aus völlig anderen Branchen sind im Pflegebereich ausdrücklich willkommen. Der Fachkräftemangel in der Pflege ist real: Laut Bundesagentur für Arbeit fehlen dauerhaft über 40.000 Pflegekräfte in Deutschland. Das bedeutet für Menschen, die sich beruflich neu orientieren möchten, konkret: Die Chancen auf einen sicheren Arbeitsplatz nach der Ausbildung sind sehr gut.

Auch das Alter ist kein Hindernis. Wer mit 40 oder 50 Jahren in die Pflege einsteigt, bringt oft wertvolle Lebenserfahrung mit, die im Umgang mit Pflegebedürftigen und deren Angehörigen ein echter Vorteil ist. Pflegeschulen können zudem eine positive Prognose zum Ausbildungserfolg ausstellen, wenn die formalen Voraussetzungen nicht vollständig erfüllt sind, aber die persönliche Eignung klar erkennbar ist.

Wie wird eine Pflegeumschulung finanziert?

Eine Pflegeumschulung lässt sich in vielen Fällen vollständig über staatliche Förderung finanzieren. Arbeitssuchende können über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters die Lehrgangskosten zu 100 Prozent abdecken lassen. Wer sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, kann unter bestimmten Voraussetzungen vom Qualifizierungschancengesetz profitieren.

Das Qualifizierungschancengesetz ermöglicht es Arbeitgebern, für ihre Beschäftigten Förderung zu beantragen. Die Agentur für Arbeit übernimmt dabei bis zu 100 Prozent der Lehrgangskosten sowie Zuschüsse zum Arbeitsentgelt während der Qualifizierung. Die genaue Höhe der Förderung richtet sich nach der Betriebsgröße. Auskünfte dazu erteilt der lokale Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit.

Für Arbeitssuchende gilt: Mit einem Bildungsgutschein ist die Umschulung in der Regel kostenfrei. Zusätzlich kann Arbeitslosengeld oder Bürgergeld während der Maßnahme weitergezahlt werden, sodass der Lebensunterhalt gesichert bleibt. Es lohnt sich, frühzeitig das persönliche Gespräch mit dem Jobcenter oder der Agentur für Arbeit zu suchen, um die individuellen Möglichkeiten zu klären.

Was verdient man nach einer Pflegeausbildung?

Das Gehalt nach einer Pflegeausbildung hängt vom Abschluss, der Einrichtung und dem Tarifvertrag ab. Pflegefachkräfte verdienen in tarifgebundenen Einrichtungen in Deutschland im Einstieg häufig zwischen 2.800 und 3.500 Euro brutto pro Monat. Pflegefachassistenten starten in der Regel etwas darunter, mit Gehältern zwischen 2.200 und 2.700 Euro brutto.

Seit der Einführung des Pflegemindestlohns sind Mindestgehälter in der Branche gesetzlich geregelt. Für qualifizierte Pflegefachkräfte liegt dieser Mindestlohn deutlich über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn. Wer in einem tarifgebundenen Betrieb arbeitet, profitiert zusätzlich von Zuschlägen für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsdienste, die das Gesamteinkommen spürbar erhöhen können.

Mit zunehmender Berufserfahrung und Weiterbildungen steigt das Gehalt weiter. Wer sich zur verantwortlichen Pflegekraft weiterqualifiziert oder Leitungsaufgaben übernimmt, kann deutlich höhere Gehälter erzielen. Die Pflege bietet damit nicht nur einen sicheren Arbeitsplatz, sondern auch reale Entwicklungsperspektiven.

Welche Berufsfelder öffnen sich nach der Pflegeausbildung?

Nach einer Pflegeausbildung stehen verschiedene Arbeitsbereiche offen: stationäre Altenpflege in Pflegeheimen, ambulante Pflege in häuslichen Umgebungen, Krankenpflege in Kliniken und Krankenhäusern sowie spezialisierte Bereiche wie Intensivpflege, Palliativpflege oder psychiatrische Pflege. Die generalistische Pflegefachkraftausbildung berechtigt ausdrücklich zum Einsatz in allen diesen Bereichen.

Wer nach einigen Jahren Berufserfahrung mehr Verantwortung übernehmen möchte, kann sich in verschiedene Richtungen weiterentwickeln. Möglichkeiten sind unter anderem die Weiterbildung zum Praxisanleiter in der Pflege, der für die Ausbildung von Nachwuchskräften zuständig ist, oder die Qualifizierung zur Wohnbereichsleitung und Pflegedienstleitung.

Auch spezialisierte Tätigkeitsfelder wie die Betreuungsarbeit nach § 43b SGB XI sind für Pflegekräfte zugänglich. Eine Fortbildung für Betreuungskräfte ermöglicht den gezielten Einsatz in der sozialen Betreuung von Menschen mit Demenz oder anderen Einschränkungen. Damit bietet die Pflege ein breites Spektrum an Tätigkeiten, das weit über die klassische Körperpflege hinausgeht.

Pflegeausbildung mit dem VHS-Bildungswerk starten

Wir vom VHS-Bildungswerk begleiten Menschen, die in die Pflege einsteigen möchten, von der ersten Orientierung bis zum Abschluss. Ob Erstausbildung, Umschulung oder Weiterbildung: Wir bieten konkrete Angebote, die auf Ihre Situation zugeschnitten sind.

  • Staatlich anerkannte Ausbildungen zur Pflegefachkraft an unseren Instituten für pflegeberufliche Bildung, darunter die Pflegeausbildung in Gotha und die Pflegeausbildung in Leinefelde
  • Umschulungen zur Pflegefachkraft, die über einen Bildungsgutschein vollständig gefördert werden können
  • Unterstützung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus
  • Beratung zu Fördermöglichkeiten durch Jobcenter und Agentur für Arbeit
  • Neue Ausbildungsplätze ab September 2027 an unserem IPB Gotha und am IPB Leinefelde-Worbis

Wenn Sie wissen möchten, welcher Ausbildungsweg zu Ihrer Situation passt, sprechen Sie uns gerne an. Ein Beratungsgespräch hilft Ihnen, den nächsten Schritt klar zu planen.

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