Die Ausbildung zum Fachlageristen dauert zwei Jahre. Das ist gesetzlich in der Ausbildungsordnung für den Lagerbereich festgelegt und gilt bundesweit. Die zweijährige Dauer macht den Beruf besonders attraktiv für alle, die schnell und praxisnah in die Logistikbranche einsteigen möchten. Im Folgenden erfahren Sie, was Sie in dieser Zeit lernen, ob eine Verkürzung möglich ist und wie eine geförderte Umschulung mit Bildungsgutschein abläuft.
Was lernt man in der Ausbildung zum Fachlageristen?
In der Ausbildung zum Fachlageristen erlernen Sie alle operativen Kernprozesse des Lageralltags: vom Wareneingang über die Einlagerung und Kommissionierung bis hin zum Versand. Die Ausbildung ist dual aufgebaut, das heißt, Sie verbringen ein bis zwei Tage pro Woche in der Berufsschule und den Rest der Zeit im Betrieb.
Im Betrieb stehen praktische Tätigkeiten im Mittelpunkt. Sie nehmen Waren an, prüfen sie anhand der Begleitpapiere, packen sie aus und kontrollieren ihren Zustand. Für den Versand verpacken Sie Güter, stellen Liefereinheiten zusammen und beladen Lkws. Dabei lernen Sie auch den Umgang mit Gabelstaplern, Ladekränen, Hebebühnen und Handscannern. Vorschriften wie die Gefahrgutverordnung und Zollbestimmungen gehören ebenfalls zum Lernstoff.
In der Berufsschule vertiefen Sie die theoretischen Grundlagen: Belegprüfung, Dokumentation, Lagerverwaltungssysteme und die Unterscheidung zwischen Transport- und Sachschäden. Hinzu kommen Themen wie Arbeitssicherheit, Umweltschutz und Inventur. Zum Abschluss der Ausbildung legen Sie eine IHK-Prüfung ab, die vier Bereiche umfasst: praktische Arbeitsaufgaben, Lagerprozesse, Güterbewegung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.
Warum dauert die Ausbildung zum Fachlageristen nur 2 Jahre?
Die Ausbildung zum Fachlageristen dauert nur zwei Jahre, weil der Beruf auf operative Lagertätigkeiten ausgerichtet ist. Planung, Organisation, Lagerbuchhaltung und Kundenbetreuung, also die kaufmännischen Aufgaben, die eine längere Ausbildungszeit erfordern würden, sind nicht Teil des Berufsbilds. Das macht die Ausbildung kompakt und zielgerichtet.
Die zweijährige Dauer ist in der Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich vom 26. Juli 2004 rechtlich verankert. Der Gesetzgeber hat den Fachlageristen bewusst als eigenständigen, praxisorientierten Beruf konzipiert, der sich auf das Wesentliche konzentriert: Waren annehmen, lagern, kommissionieren und versenden. Wer darüber hinaus auch planende und kaufmännische Aufgaben übernehmen möchte, wählt stattdessen die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik.
Für viele Menschen ist die kurze Ausbildungsdauer ein echter Vorteil. Wer schnell in den Arbeitsmarkt einsteigen oder nach einer beruflichen Neuorientierung zügig wieder Fuß fassen möchte, profitiert von einem Abschluss, der in zwei Jahren zu erreichen ist.
Kann man die Ausbildung zum Fachlageristen verkürzen?
Ja, die Ausbildung zum Fachlageristen kann unter bestimmten Voraussetzungen verkürzt werden. Auszubildende und Ausbildungsbetrieb stellen dafür gemeinsam einen Antrag bei der zuständigen Kammer, zum Beispiel der IHK. Eine Verkürzung ist jedoch keine automatische Folge bestimmter Voraussetzungen, sondern eine Ermessensentscheidung der Kammer.
Folgende Faktoren können eine Verkürzung begründen:
- Ein mittlerer Bildungsabschluss kann die Ausbildungszeit um bis zu sechs Monate verkürzen
- Allgemeine Hochschulreife oder Fachhochschulreife ermöglicht eine Verkürzung um bis zu zwölf Monate
- Eine bereits abgeschlossene Berufsausbildung kann ebenfalls bis zu zwölf Monate angerechnet werden
- Vorherige Qualifizierungsmaßnahmen wie eine Einstiegsqualifizierung oder ein Berufsgrundbildungsjahr können je nach Bundesland angerechnet werden
- Überdurchschnittlich gute Leistungen in der Berufsschule können als weiteres Argument für eine Verkürzung herangezogen werden
Da die Regelausbildung bereits nur zwei Jahre dauert, ist der Spielraum für Verkürzungen begrenzt. In der Praxis wird eine Verkürzung vor allem dann beantragt, wenn jemand bereits relevante Vorkenntnisse oder einen höheren Schulabschluss mitbringt. Die genauen Möglichkeiten können von Bundesland zu Bundesland leicht abweichen, weshalb sich eine direkte Rücksprache mit der zuständigen Kammer lohnt.
Was ist der Unterschied zwischen Fachlagerist und Fachkraft für Lagerlogistik?
Der wichtigste Unterschied liegt in der Ausbildungsdauer und im Aufgabenbereich: Der Fachlagerist schließt nach zwei Jahren ab und arbeitet operativ im Lager. Die Fachkraft für Lagerlogistik absolviert eine dreijährige Ausbildung und übernimmt zusätzlich kaufmännische und organisatorische Aufgaben.
Inhaltlich entsprechen die ersten beiden Ausbildungsjahre beider Berufe einander weitgehend. Das dritte Jahr der Fachkraft für Lagerlogistik baut darauf auf und vermittelt Planung und Steuerung von Lagerprozessen, Organisation von Transportaufträgen, Lagerbuchhaltung, Kundenbetreuung und die Bearbeitung von Reklamationen. Fachkräfte für Lagerlogistik kommunizieren zudem regelmäßig mit Vorgesetzten, Kunden und Geschäftspartnern.
Fachlageristen sind die Praktiker im Lager. Fachkräfte für Lagerlogistik haben es stärker mit Ablaufplanung und Organisation zu tun. In kleineren Betrieben übernehmen Fachlageristen häufig auch Aufgaben, die eigentlich zur Fachkraft für Lagerlogistik gehören. In größeren Logistikzentren sind die Rollen klarer getrennt.
Wer zunächst als Fachlagerist abschließt, kann die Ausbildung um ein weiteres Jahr verlängern und so die Prüfung zur Fachkraft für Lagerlogistik ablegen. Das ist gesetzlich ausdrücklich vorgesehen und bietet einen flexiblen Einstieg: erst den schnellen Abschluss sichern, dann bei Bedarf aufbauen.
Wie läuft eine Umschulung zum Fachlageristen mit Bildungsgutschein ab?
Eine Umschulung zum Fachlageristen mit Bildungsgutschein dauert in Vollzeit in der Regel zwischen zehn und sechzehn Monaten, je nach Bildungsträger. Sie schließt mit einer IHK-Abschlussprüfung ab, deren Ergebnis bundesweit anerkannt wird. Die Kosten übernimmt bei Vorliegen eines Bildungsgutscheins vollständig die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter.
Der Ablauf lässt sich in mehrere Schritte unterteilen:
- Eignung und Berufsziel klären: Überlegen Sie, ob der Beruf Fachlagerist zu Ihren Stärken und Zielen passt. Körperliche Belastbarkeit und Zuverlässigkeit sind im Lageralltag wichtig.
- Beratungstermin vereinbaren: Sprechen Sie mit Ihrer Arbeitsvermittlerin oder Ihrem Arbeitsvermittler bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Erklären Sie Ihr Berufsziel und fragen Sie konkret nach einem Bildungsgutschein.
- Bildungsgutschein beantragen: Der Gutschein legt Zielberuf, Region, Dauer und den zugelassenen Bildungsträger fest. Er ist in der Regel drei Monate gültig.
- AZAV-zertifizierten Bildungsträger auswählen: Nur Träger mit AZAV-Zulassung dürfen den Gutschein einlösen. Melden Sie sich dort an und absolvieren Sie gegebenenfalls einen Eignungstest.
- Umschulung starten: Die Maßnahme umfasst Theorieunterricht, praktische Einheiten und Praktika im Betrieb sowie die Vorbereitung auf die IHK-Abschlussprüfung.
Der Bildungsgutschein übernimmt neben den Kursgebühren auch Prüfungsgebühren, Lernmaterialien und Fahrtkosten. Wer an einer abschlussorientierten Weiterbildung teilnimmt, hat zudem Anspruch auf ein monatliches Weiterbildungsgeld. Inhalte der Umschulung sind unter anderem Wareneingang, Kommissionierung, Versand, Inventur, der Umgang mit Lagerverwaltungssystemen sowie Arbeitssicherheit und Ladungssicherung.
Welche Berufsaussichten hat man nach der Ausbildung zum Fachlageristen?
Die Berufsaussichten für Fachlageristen sind gut. Logistik ist eine Querschnittsbranche, die in nahezu allen Wirtschaftsbereichen gebraucht wird: von Speditionen und Logistikdienstleistern über Industrie und Handel bis hin zu Unternehmen aus Bereichen wie Chemie, Elektro, Fahrzeugbau und Lebensmittelproduktion.
Treiber der anhaltend hohen Nachfrage sind der wachsende E-Commerce, kürzere Lieferzeiten und der Fachkräftemangel in der Logistik. Wer sich zusätzlich mit digitalen Werkzeugen wie Lagerverwaltungssystemen, Handscannern oder Pick-by-Voice-Systemen auskennt, verbessert seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt spürbar.
Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt je nach Region, Branche und Tarifbindung in einer Spanne, die deutlich variieren kann. Mit wachsender Berufserfahrung steigen die Verdienstmöglichkeiten. Wer langfristig mehr Verantwortung und ein höheres Gehalt anstrebt, hat verschiedene Wege zur Weiterentwicklung:
- Ein zusätzliches Ausbildungsjahr zur Fachkraft für Lagerlogistik
- Weiterbildung zum Logistikmeister über die IHK
- Fachwirt für Transport, Logistik und Hafenwirtschaft
- Studium mit Schwerpunkt Logistik oder Supply Chain Management
Der Beruf bietet also nicht nur einen schnellen Einstieg in den Arbeitsmarkt, sondern auch eine solide Grundlage für eine längere Karriere in der Logistik.
Wie das VHS-Bildungswerk bei der Fachlagerist-Umschulung unterstützt
Wir wissen, dass der Weg in einen neuen Beruf viele Fragen aufwirft, besonders wenn es um Förderung, Anerkennung und den richtigen Bildungsträger geht. Als gemeinnütziger Bildungsdienstleister mit über 30 Jahren Erfahrung in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen begleiten wir Sie dabei, diesen Schritt sicher und gut vorbereitet zu gehen.
Auf unserer Website finden Sie unsere Angebote im Bereich Lagerlogistik, die speziell auf Personen zugeschnitten sind, die eine geförderte Umschulung anstreben. Das VHS-Bildungswerk ist nach AZAV zugelassen, das heißt, unsere Maßnahmen können mit einem Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters finanziert werden.
Was wir konkret bieten:
- AZAV-zugelassene Umschulungsmaßnahmen mit IHK-Abschluss
- Beratung zur Finanzierung über Bildungsgutschein und weiteren Fördermöglichkeiten
- Praxisnahe Ausbildungsinhalte mit Betriebspraktika
- Standorte in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen
- Persönliche Begleitung durch erfahrene Fachkräfte während der gesamten Maßnahme
Wenn Sie wissen möchten, welches Angebot zu Ihrer Situation passt, freuen wir uns auf Ihre Nachricht. Nehmen Sie einfach Kontakt auf, wir beraten Sie gerne.