Die Unterweisung für Anschläger muss mindestens einmal jährlich wiederholt werden. Diese Pflicht ergibt sich aus der DGUV Vorschrift 1, die regelmäßige Unterweisungen für alle sicherheitsrelevanten Tätigkeiten vorschreibt. Die folgenden Abschnitte klären, was gesetzlich gilt, was inhaltlich abgedeckt werden muss und wie Sie die Unterweisung korrekt dokumentieren.
Was passiert, wenn die Unterweisung nicht rechtzeitig wiederholt wird?
Wird die Unterweisung für Anschläger nicht rechtzeitig wiederholt, verstoßen Unternehmer gegen ihre gesetzliche Sorgfaltspflicht. Im Fall eines Arbeitsunfalls kann das zu erheblichen rechtlichen Konsequenzen führen, darunter Bußgelder, Haftungsansprüche und im schlimmsten Fall strafrechtliche Verantwortung. Gleichzeitig steigt das Unfallrisiko, wenn Anschläger nicht regelmäßig auf aktuelle Sicherheitsstandards hingewiesen werden.
Aus der Praxis zeigt sich: Anschlagarbeiten gehören zu den gefährlichsten Tätigkeiten im gewerblich-technischen Bereich. Fehler beim Anschlagen von Lasten können schwere oder tödliche Unfälle verursachen. Wer die Unterweisung versäumt, riskiert nicht nur rechtliche Folgen, sondern gefährdet konkret die Sicherheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie aller Personen, die sich im Transportbereich aufhalten.
Darüber hinaus verlieren Anschläger ohne regelmäßige Auffrischung möglicherweise das Bewusstsein für schleichende Risiken, etwa für den Verschleiß von Anschlagmitteln oder veränderte Arbeitsbedingungen. Die Unterweisung ist daher kein bürokratischer Formalakt, sondern ein aktives Instrument zur Unfallprävention.
Welche gesetzlichen Grundlagen regeln die Unterweisung für Anschläger?
Die Unterweisung für Anschläger ist in mehreren Regelwerken verankert. Die wichtigste Grundlage ist § 4 der DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“, der Arbeitgeber verpflichtet, Beschäftigte bei der Einstellung, bei Veränderungen im Aufgabenbereich und mindestens einmal jährlich zu unterweisen. Ergänzend gelten die Betriebssicherheitsverordnung sowie die DGUV Regel 109-017 für den sicheren Umgang mit Lastaufnahme- und Anschlagmitteln.
Laut DGUV Vorschrift 1 dürfen Unternehmer mit dem selbstständigen Anschlagen von Lasten nur Personen beauftragen, die:
- das 18. Lebensjahr vollendet haben,
- körperlich und geistig geeignet sind,
- für das selbstständige Anschlagen von Lasten qualifiziert sind und ihre Befähigung nachgewiesen haben,
- erwarten lassen, dass sie ihre Aufgaben zuverlässig erfüllen.
Wichtig: Die Qualifizierung von Anschlägerinnen und Anschlägern geht über die reine Unterweisung nach DGUV Vorschrift 1 hinaus. Sie trägt Merkmale einer fachlichen Ausbildung mit theoretischen Kenntnissen, praktischen Fertigkeiten und einer abschließenden Lernerfolgskontrolle. Die Beauftragung sollte schriftlich erteilt werden.
Was muss eine Unterweisung für Anschläger inhaltlich abdecken?
Eine Unterweisung für Anschläger muss alle sicherheitsrelevanten Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln, die für die jeweilige Anschlagaufgabe erforderlich sind. Dazu gehören sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Handlungskompetenzen. Der genaue Umfang richtet sich nach den eingesetzten Lastaufnahme- und Anschlagmitteln sowie der Komplexität der Arbeiten.
Folgende Inhalte müssen laut DGUV-Regelwerk besonders vermittelt werden:
- Ermitteln des Gewichts der Last
- Ermitteln der Schwerpunktlage von Lasten
- Kenntnisse über verfügbare Lastaufnahme- und Anschlagmittel
- Tragfähigkeit von Anschlagmitteln in Abhängigkeit von der Anzahl der Stränge, der Anschlagart und dem Neigungswinkel
- Tragfähigkeit von Lastaufnahmemitteln, zum Beispiel Lasthebemagneten, in Abhängigkeit vom Werkstoff der Last
- Prüfung von Anschlagmitteln vor der Verwendung auf sichtbare Mängel
- Sicherung der Last gegen Herabfallen
- Verständigung zwischen Anschläger und Maschinenführer, zum Beispiel durch Handzeichen oder Sprechfunk
Zusätzlich sollte die Unterweisung auf betriebsspezifische Besonderheiten eingehen, etwa besondere Gefährdungen durch schwere oder sperrige Lasten, Fertigteile oder Lasten mit erhöhtem Risiko. Je komplexer und risikoreicher die Anschlagarbeiten, desto umfangreicher muss die Qualifizierung ausfallen.
Wer darf die Unterweisung für Anschläger durchführen?
Die Unterweisung für Anschläger darf nur von Personen durchgeführt werden, die selbst über ausreichende Fachkenntnisse im Bereich Anschlagarbeiten und Arbeitssicherheit verfügen. In der Praxis sind das häufig erfahrene Vorgesetzte, Sicherheitsfachkräfte oder externe Fachkräfte mit nachgewiesener Qualifikation. Entscheidend ist, dass die unterweisende Person die Inhalte fachlich korrekt und vollständig vermitteln kann.
Für die weitergehende Qualifizierung, die über die jährliche Unterweisung hinausgeht, gelten höhere Anforderungen. Diese Qualifizierung schließt eine Lernerfolgskontrolle ein und muss von Personen durchgeführt werden, die sowohl theoretische als auch praktische Inhalte kompetent vermitteln können. Externe Bildungsträger mit entsprechender Zulassung sind hier eine sinnvolle Option, insbesondere wenn im Betrieb keine geeignete Fachkraft vorhanden ist.
Für die regelmäßige Prüfung der Lastaufnahme- und Anschlagmittel selbst gilt eine separate Anforderung: Diese Prüfungen müssen durch eine zur Prüfung befähigte Person erfolgen, die nach Betriebssicherheitsverordnung und TRBS 1203 entsprechend qualifiziert ist. Diese Rolle ist von der unterweisenden Person zu unterscheiden.
Wie wird die Unterweisung für Anschläger dokumentiert?
Die Unterweisung für Anschläger muss schriftlich dokumentiert werden. Die Dokumentation muss mindestens Datum, Thema, Teilnehmer und die unterweisende Person enthalten. Für die weitergehende Qualifizierung sind zusätzlich der inhaltliche und zeitliche Umfang sowie das Ergebnis der Lernerfolgskontrolle festzuhalten. Eine lückenlose Dokumentation schützt Arbeitgeber im Fall von Unfällen oder Kontrollen durch die Berufsgenossenschaft.
Folgende Punkte gehören in eine vollständige Unterweisungsdokumentation:
- Datum und Ort der Unterweisung
- Name und Funktion der unterweisenden Person
- Namen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Unterschrift zur Bestätigung der Teilnahme
- Themen und Inhalte der Unterweisung
- Dauer der Unterweisung
- Ergebnis einer Lernerfolgskontrolle, sofern durchgeführt
Die Unterlagen sollten mindestens so lange aufbewahrt werden, bis die nächste Unterweisung stattgefunden hat, in der Praxis empfiehlt sich eine längere Aufbewahrungsfrist von mehreren Jahren. Digitale Dokumentationssysteme können dabei helfen, Fristen zu überwachen und Nachweise schnell bereitzustellen.
Wichtig: Eine erfolgreiche Qualifizierung muss ebenfalls dokumentiert werden, inklusive des inhaltlichen und zeitlichen Umfangs. Das unterscheidet sie von der einfachen jährlichen Unterweisung und unterstreicht ihren Charakter als fachliche Ausbildung.
Wie das VHS-Bildungswerk bei der Unterweisung für Anschläger unterstützt
Wir wissen, dass die Organisation und Durchführung von Unterweisungen für Anschläger im Betriebsalltag oft eine Herausforderung ist, besonders wenn keine eigene Fachkraft vorhanden ist oder die Qualifizierung über die reine Unterweisung hinausgehen soll. Genau hier setzen wir an.
Unser Angebot zur Unterweisung für Anschläger in Gotha richtet sich an Unternehmen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fachgerecht qualifizieren möchten, und umfasst:
- Theoretische und praktische Qualifizierungsinhalte nach den Anforderungen der DGUV Vorschrift 1 und der DGUV Regel 109-017
- Lernerfolgskontrolle und vollständige Dokumentation der Qualifizierung
- Erfahrene Fachkräfte, die betriebliche Besonderheiten und unterschiedliche Vorkenntnisse der Teilnehmenden berücksichtigen
- Zertifizierte Qualität nach DIN EN ISO 9001:2015 und AZAV-Zulassung
Das VHS-Bildungswerk begleitet Unternehmen dabei, Unterweisungspflichten rechtssicher zu erfüllen und gleichzeitig die Sicherheit am Arbeitsplatz nachhaltig zu verbessern. Wenn Sie Fragen zu unserem Angebot haben oder eine Qualifizierung für Ihre Anschläger planen, nehmen Sie gern Kontakt auf.
Ähnliche Artikel
- Was passiert ohne TSM Schein an der Kreissäge?
- Wie läuft eine Anschläger-Unterweisung in der Praxis ab?
- Anschläger Unterweisung in Thüringen machen - Ablauf und Standorte
- Können externe Anbieter die Gabelstapler-Unterweisung übernehmen?
- Wer darf in Thüringen einen Staplerschein ausstellen?
Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und kann Fehler enthalten.