Welche Maschinen deckt der Tischler-Schreiner-Maschinenschein ab?

Jessica Koch ·
Handwerker hält frisch gehobeltes Eichenbrett auf Werkbank, umgeben von Kreissäge, Oberfräse und Stechbeitel im warmen Werkstattlicht.

Der Tischler-Schreiner-Maschinenschein (TSM) deckt die Bedienung der wichtigsten Holzbearbeitungsmaschinen ab, die im Tischler- und Schreinerhandwerk täglich eingesetzt werden. Er gliedert sich in zwei Stufen: TSM 1 umfasst grundlegende Maschinen wie Kreissäge und Abrichthobelmaschine, während TSM 2 komplexere Maschinen wie CNC-Bearbeitungszentren einschließt. In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen rund um den Maschinenschein.

Welche Maschinengruppen sind im Maschinenschein enthalten?

Der Tischler-Schreiner-Maschinenschein ist in zwei aufeinander aufbauende Stufen gegliedert. TSM 1 behandelt die klassischen stationären Holzbearbeitungsmaschinen, die in nahezu jeder Tischlerei vorhanden sind. TSM 2 erweitert das Spektrum um computergesteuerte und komplexere Anlagen. Wer beide Stufen abschließt, ist für ein breites Maschinenspektrum qualifiziert.

TSM 1: Grundlegende Maschinen

Die erste Stufe des Maschinenscheins konzentriert sich auf Maschinen, die zur Grundausstattung einer Tischlerei gehören. Dazu zählen:

  • Tischkreissäge
  • Formatkreissäge
  • Abrichthobelmaschine
  • Dickenhobelmaschine
  • Bandsäge
  • Fräsmaschine (Tischfräse)
  • Bohrmaschine
  • Schleifmaschinen (z. B. Breitbandschleifmaschine)

Im TSM 1 lernen Teilnehmende nicht nur die sichere Bedienung dieser Maschinen, sondern auch die relevanten Unfallverhütungsvorschriften, die korrekte Einstellung der Schutzeinrichtungen und die richtige Wartung.

TSM 2: Erweiterte und computergesteuerte Maschinen

Die zweite Stufe baut auf TSM 1 auf und qualifiziert für anspruchsvollere Anlagen. Typische Maschinen im TSM 2 sind:

  • CNC-Bearbeitungszentren
  • Kantenanleimmaschinen
  • Plattenaufteilsägen mit automatischem Vorschub
  • Kehlmaschinen (Vierseitenhobelmaschinen)
  • Abbundanlagen

Wer TSM 2 absolviert, ist damit auf die Bedienung moderner, teilautomatisierter Produktionsmaschinen vorbereitet, die in industriell arbeitenden Tischlereien und Schreinereien zunehmend Standard sind.

Welche Maschinen sind nicht im Maschinenschein enthalten?

Der Tischler-Schreiner-Maschinenschein deckt ausschließlich stationäre Holzbearbeitungsmaschinen ab. Handgeführte Elektrowerkzeuge wie Handkreissägen, Stichsägen, Oberfräsen oder Winkelschleifer sind nicht Bestandteil des TSM 1 oder TSM 2. Auch Maschinen aus anderen Gewerken, etwa Metallbearbeitungsmaschinen oder Lackieranlagen, fallen nicht unter den Maschinenschein.

Für handgeführte Elektrowerkzeuge gelten eigene Unterweisungspflichten nach den Vorschriften der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM). Diese Unterweisungen sind in der Regel betriebsintern zu organisieren und ersetzen den TSM nicht, ergänzen ihn aber sinnvoll.

Gilt der Maschinenschein für alle Bundesländer?

Ja, der Tischler-Schreiner-Maschinenschein gilt bundesweit in allen deutschen Bundesländern. Er basiert auf den Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM), die für alle Betriebe des Tischler- und Schreinerhandwerks in Deutschland verbindlich sind. Ein in Bayern erworbener TSM wird also auch in Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder Thüringen anerkannt.

Wichtig ist dabei, dass der Lehrgang bei einem anerkannten Ausbildungsträger absolviert wird. Nur dann ist sichergestellt, dass die Inhalte den Anforderungen der BGHM entsprechen und der Nachweis von Arbeitgebern und der Berufsgenossenschaft akzeptiert wird.

Wer darf den Maschinenschein ausstellen?

Den Tischler-Schreiner-Maschinenschein dürfen nur Bildungsträger und Ausbilder ausstellen, die von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) anerkannt sind. Das bedeutet, dass die Lehrkräfte selbst eine entsprechende Ausbilderqualifikation besitzen müssen und der Lehrgang nach den Vorgaben der BGHM durchgeführt wird.

Innungen, Berufsschulen, überbetriebliche Ausbildungszentren sowie zugelassene Bildungsträger können TSM-Lehrgänge anbieten, sofern sie die Voraussetzungen der BGHM erfüllen. Ein Zertifikat, das von einem nicht anerkannten Anbieter ausgestellt wurde, hat keine arbeitsrechtliche oder berufsgenossenschaftliche Gültigkeit. Es lohnt sich daher, vor der Anmeldung zu prüfen, ob der Anbieter die entsprechende Anerkennung besitzt.

Wie lange ist der Maschinenschein gültig?

Der Tischler-Schreiner-Maschinenschein ist grundsätzlich unbefristet gültig. Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Wiederholungspflicht nach einer bestimmten Anzahl von Jahren. Allerdings empfehlen die Berufsgenossenschaft und viele Betriebe, die Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen, insbesondere wenn neue Maschinentypen eingesetzt werden oder längere Unterbrechungen in der Maschinenbedienung vorlagen.

In der Praxis verlangen manche Arbeitgeber oder Auftraggeber eine Auffrischungsschulung, wenn technische Neuerungen im Betrieb eingeführt werden oder wenn ein Mitarbeitender längere Zeit nicht an bestimmten Maschinen gearbeitet hat. Es ist also sinnvoll, den eigenen Kenntnisstand regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf eine Aktualisierung vorzunehmen.

Wann lohnt sich der Maschinenschein als Weiterbildung?

Der Tischler-Schreiner-Maschinenschein lohnt sich immer dann, wenn Sie beruflich mit Holzbearbeitungsmaschinen arbeiten oder arbeiten möchten und keinen einschlägigen Berufsabschluss als Tischler oder Schreiner mitbringen. Auch für Quereinsteiger, Umschüler oder Fachkräfte aus verwandten Berufen ist der TSM ein anerkannter Nachweis, der die Tür zu Tätigkeiten in Tischlereien, Möbelbetrieben oder der Holzindustrie öffnet.

Für bereits ausgebildete Tischler und Schreiner ist der Maschinenschein in der Regel kein zusätzlicher Nachweis, da die Maschinenkenntnisse Teil der Berufsausbildung sind. Für folgende Personengruppen ist er jedoch besonders relevant:

  • Quereinsteiger ohne handwerklichen Berufsabschluss, die in einem Holzbetrieb arbeiten möchten
  • Personen in Umschulung, die sich auf eine Tätigkeit im Tischlerhandwerk vorbereiten
  • Mitarbeitende aus Produktion oder Lager, die eigenständig Maschinen bedienen sollen
  • Selbstständige oder Hobbyhandwerker, die professionelle Maschinen nutzen und einen anerkannten Nachweis benötigen

Der TSM ist eine kompakte und praxisnahe Weiterbildung, die in vergleichsweise kurzer Zeit absolviert werden kann und einen klar verwertbaren Nachweis liefert. Wer berufsbegleitend weiterlernen möchte, findet in diesem Zertifikat eine realistische Option ohne jahrelange Ausbildungsverpflichtung.

Wie das VHS-Bildungswerk beim Tischler-Schreiner-Maschinenschein unterstützt

Wir beim VHS-Bildungswerk bieten TSM-Lehrgänge an mehreren Standorten in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen an. Unser Ziel ist es, Ihnen eine praxisnahe und anerkannte Qualifizierung zu ermöglichen, die Sie direkt in Ihrem Berufsalltag einsetzen können.

Das bieten wir Ihnen konkret:

  • Anerkannte TSM-1- und TSM-2-Lehrgänge nach den Vorgaben der Berufsgenossenschaft Holz und Metall
  • Qualifizierte Ausbilder mit langjähriger Praxiserfahrung im Tischler- und Schreinerhandwerk
  • Kleine Lerngruppen für eine intensive und individuelle Betreuung
  • Standorte in der Region, die gut erreichbar sind
  • Beratung zu Fördermöglichkeiten, zum Beispiel über die Bundesagentur für Arbeit

Wenn Sie wissen möchten, welcher Lehrgang für Ihre Situation am besten passt, stehen wir Ihnen gerne für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

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