Mit Masken, Homeoffice und Onlinekonferenzen

Das VHS-BILDUNGSWERK in Zeiten der Corona-Krise

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen stellen unser gewohntes Leben seit Wochen auf den Kopf und zahlreiche Wirtschaftszweige vor enorme logistische und finanzielle Herausforderungen. Auch die Bildungsbranche trifft es in Zeiten der allgemeinen Kontaktsperre besonders hart.

Im VHS-BILDUNGSWERK mit seinen über 600 Beschäftigten hat sich das gewohnte Arbeitsumfeld seit dem sogenannten „Shutdown“ am 16. März 2020 binnen Stunden komplett gewandelt. Leere Seminarräume, verlassene Werkstätten und teils verwaiste Büroräume prägen das Bild an den meisten der über 30 Unternehmensstandorte in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Zum Schutz vor dem Corona-Virus mussten wir sämtliche Bildungs- und Beschäftigungsangebote für den Publikumsverkehr schließen und haben zeitnah zahlreiche Schutzmaßnahmen für unsere Beschäftigten eingeführt. So wurden unter anderem Desinfektionsmittel bereitgestellt, Mehrpersonenbüros zu Einzelarbeitsplätzen umfunktioniert und je nach persönlichen Voraussetzungen, die Arbeit unser Mitarbeiter*innen ins Homeoffice verlagert, um persönliche Kontakte weitestgehend zu vermeiden. Damit dennoch an den neu entstandenen Herausforderungen vereint gearbeitet werden kann, kommen neben Telefonaten und E-Mails jetzt verstärkt Onlinekonferenzen zum Einsatz, um Besprechungen, Jour-Fixes und Brainstormings trotz verordnetem „Social Distancing“ effektiv absolvieren zu können.

Angebote zur Bewältigung der Pandemie

Mitarbeiterinnen des VHS-BILDUNGSWERK Zerbst beim Einkauf für ältere Bürger während der Corona-Krise

Weil seit der Schließung unserer Standorte auch der Präsenzunterricht für unsere Teilenehmenden ausfällt, mussten schnelle zielgruppenspezifische Lösungen für die Fortführung von Maßnahmen und Projekten gefunden werden. Dabei hat sich im gesamten Unternehmen eine signifikant wahrnehmbare und positive Entwicklung in Gang gesetzt, die im Rahmen digitaler Lernformen alternative Angebote für die Teilnehmenden schafft und barrierefrei zur Verfügung stellt. Mögliche technische Defizite werden dabei teils durch die Kolleg*innen individuell abgefangen. Die Bereitstellung von Lerninhalten, Aufgabestellungen und Dokumenten erfolgt so zum Beispiel zwar auch per Post, Telefonaten, Online-Meeting oder per Messengerdiensten, aber auch auf den zur Verfügung stehenden Lernplattformen innerhalb unseres Unternehmensverbundes. Dies alles selbstverständlich unter Berücksichtigung des Datenschutzes.

Wo die Umstellung nicht möglich ist, wurden Angebote geschaffen, die zur Bewältigung der Corona-Pandemie beitragen sollen. An verschiedenen Standorten nähen derzeit unsere Mitarbeiter*innen Mund-Nasen-Masken, die sowohl unseren Mitarbeiter*innen und deren Familienangehörigen, unseren Teilnehmer*innen und auch einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. So wurden beispielsweise an unserem Schulungsstandort in Köthen allein an einem Tag über 300 Masken an den kommunalen Krisenstab geliefert. Aber auch hochprofessionelles Equipment kommt für die Herstellung von Schutzausrüstung zum Einsatz. In Gotha werden seit kurzem mit Hilfe eines industriellen 3D-Druckers durch Projektmitarbeiter der Niederlassung Thüringen Plexiglas-Gesichtsmasken gefertigt, die in Verbindung mit FFP-Masken in Praxen des Gesundheitswesens oder in der Pflege zum Einsatz kommen. Ebenso wurde hier das Gebäude der Zweigniederlassung vorbereitet, um bei steigenden Testzahlen als Beratungszentrum des Gesundheitsamtes Gotha genutzt werden zu können.

Täglich 100 Kisten Lebensmittel für Bedürftige

Programm eines 3D-Druckers zur Herstellung von Schutzmasken

Aber auch das soziale Engagement, welches unser Unternehmen seit Jahrzehnten auszeichnet, darf in Zeiten der Corona-Krise nicht nachlassen. Ein Beispiel dafür ist die Köthener Tafel, in der täglich über 100 Kisten mit Lebensmitteln für Bedürftige gepackt werden müssen. Nachdem die dort sonst beschäftigten Teilnehmer*innen nach Hause geschickt werden mussten, übernehmen jetzt die Mitarbeiter*innen des VHS-BILDUNGSWERK diese verantwortungsvolle Arbeit. Ebenso unsere Kolleg*innen in Zerbst/Anhalt, welche für das städtische Hospiz Reparaturarbeiten durchführen, Winterschäden beseitigen und die Herrichtung von Sitzflächen übernehmen. Der Gedanke daran, den Patient*innen die begrenzte Lebenszeit an einem liebevoll gestalteten Ort und im sonnigen Frühlingswetter zu ermöglichen, treibt unsere Mitarbeiter*innen unermüdlich an.

Ein weiteres hocheffizientes Projekt wurde binnen weniger Tage ebenfalls in Zerbst/Anhalt und in Roßleben aus dem Boden gestampft. Hier bieten wir insbesondere älteren Bewohner*innen der Gemeinden einen kostenlosen Einkaufsservice in Kooperation mit den Ortsbürgermeistern und lokalen Supermärkten an.

Auch im zweiten großen Tätigkeitsfeld unseres Unternehmens, der Kinder- und Jugendhilfe, sind die Anforderungen an den Infektionsschutz zu spüren: Angebote der offenen Jugendarbeit werden nicht mehr durchgeführt und die Kindertagesbetreuung findet nur noch in Form einer personell und räumlich entzerrten Notbetreuung statt. Insbesondere in den stationären, familienähnlich organisierten Angeboten wie den Kinder- und Jugendwohngruppen und Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen ist es kaum möglich, Angebote räumlich zu entzerren. So arbeiten die Teams jetzt in Teilgruppen und gestalten Bildungsangebote für ihre Adressat*innen um, da es jungen Menschen und deren Familien häufig schwer fällt, sich mit den neuen Einschränkungen zu arrangieren.

Die Herausforderung Nähe aus der Ferne mittels digitalisierter Technik herzustellen gelingt dabei aber erstaunlich gut: Teammeetings, Aufgabenverteilung, Bewerbungsgespräche, Webinare, Umgangskontakte zwischen in stationären Einrichtungen lebenden Kindern und Jugendlichen mit Ihren Eltern werden per Telefon und Onlinekonferenz abgebildet. Dank der hauseigenen Abteilungen E-Learning und IT haben wir großartige Unterstützung, um technische Voraussetzungen zu realisieren und für alle Akteure nutzbar zu machen. Hier werden sogar weitere positive Effekte deutlich. Bisher weniger digitalisierungsaffine Mitarbeiter*innen lernen die neuen Möglichkeiten zu schätzen und gleichzeitig kann, insbesondere infolge unserer dezentralen Struktur auf drei Bundesländer, die Effizienz durch Digitalisierung gesteigert und Fahrtkosten eingespart werden.

Gemeinsam die Krise meistern

Das Aussetzen laufender Maßnahmen sowie die zeitliche Verschiebung geplanter Aufträge sorgt aber grundsätzlich auch für Verluste und die Verschärfung der wirtschaftlichen Situation. So ist ungewiss, ob und ab wann wir Firmenschulungen wiederaufnehmen können. Einen großen Faktor der Unsicherheit stellt auch das unterschiedliche Agieren unserer öffentlichen Auftraggeber dar. Insbesondere die teils unverbindlich ausgegebenen Informationen lassen den Blick in die Zukunft aktuell unklar erscheinen. Um die wirtschaftlichen Verluste, die bislang nicht absehbar sind, dennoch eingrenzen zu können, wird in einigen Standorten Kurzarbeit umgesetzt.

Doch in jeder Krise steckt auch Positives. Trotz neuer und veränderter Arbeitsbedingungen und -anforderungen, persönlicher Doppelbelastung durch Kinderbetreuung vs. Heimarbeit und die persönliche Betroffenheit von Kurzarbeit sind unsere Mitarbeiter*innen seit Eintreten der Corona-Pandemie enger zusammengerückt. Chaotisch anmutende Zustände wurden durch klare Köpfe zeitnah strukturiert und reorganisiert, sodass alternative Methoden zur Vermittlung der Lerninhalte schnell einsatzbereit waren.

Gleichzeitig wird uns gerade in dieser wirtschaftlich schwierigen Situation auch viel Unterstützung zu teil. So haben wir beispielsweise für unsere am 1. Mai 2020 eröffnete traumapädagogische Wohngruppe in Glinde großartige Unterstützung durch unsere Gesellschafterin, die DAA-Stiftung Bildung und Beruf, erfahren sowie hochwertige Sachspenden eines Möbelhauses und Privatpersonen erhalten. Aber auch der informelle Austausch unter den Unternehmen des DAA-Stiftungsverbundes funktioniert hervorragend und fruchtet nicht selten in neuen Ideen und Konzepten.

An dieser Stelle möchten wir allen engagierten Mitarbeiter*innen, Teilnehmer*innen, Unterstützer*innen und anderen Akteur*innen „Danke!“ sagen! Wir freuen uns darauf, im kommenden Jahr auf diese schwierige Zeit zurückzublicken und zu denken: Gemeinsam haben wir die Krise bestmöglich gemeistert!

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